Künstliche Intelligenz: Technologie trifft Strategie – unsere Expert*innen im Interview
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und eröffnet laufend neue Möglichkeiten. Doch erfolgreiche KI entsteht nicht allein durch technologische Innovation. Entscheidend ist, was Unternehmen aus diesen Möglichkeiten machen – und wie es gelingt, Technologie, Strategie und menschliche Kompetenz sinnvoll miteinander zu verbinden.
Genau diese beiden Perspektiven stehen im Mittelpunkt von zwei aktuellen Interviews der Technikum Wien Academy mit dem KURIER Medienhaus. Dr. Isabel Dregely, Kompetenzfeldleiterin für Artificial Intelligence & Data Analytics, gibt Einblicke in die technologischen Entwicklungen rund um KI und zeigt, was heute bereits möglich ist. Dr. Andreas Sackl, Leiter des Kompetenzfelds Digital Enterprise & User Experience, richtet den Blick auf die Umsetzung in Unternehmen: auf strategische Fragen, konkrete Anwendungsfälle und die Menschen, die mit neuen Technologien arbeiten.
Gemeinsam zeigen die beiden Interviews, warum erfolgreiche KI weder eine rein technische noch ausschließlich eine organisatorische Herausforderung ist. Erst wenn technologische Möglichkeiten und ihre Umsetzung im Unternehmen zusammengedacht werden, kann nachhaltiger Mehrwert entstehen.

Technologisch ist heute fast alles möglich
Für Isabel Dregely steht fest: Die Entwicklung der vergangenen Monate hat die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz grundlegend verändert:
„Technologisch ist momentan fast alles möglich.“
Vor allem sogenannte AI Agents markieren einen wichtigen Entwicklungsschritt. Anders als klassische Chatbots beantworten sie nicht nur Fragen, sondern können eigenständig Aufgaben planen, verschiedene Werkzeuge nutzen und ganze Arbeitsabläufe übernehmen.
Auch in der Softwareentwicklung eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Moderne KI-Systeme unterstützen längst nicht mehr nur beim Schreiben einzelner Codezeilen, sondern können komplette Entwicklungsprozesse begleiten. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Datenschutz, Cybersecurity und ein verantwortungsvoller KI-Einsatz zunehmend an Bedeutung.
Doch die Frage, was technologisch möglich ist, ist nur eine Seite der Medaille. Die andere lautet: Wo und wie schafft KI tatsächlich einen Mehrwert?
Technologie allein schafft noch keinen Mehrwert
Hier setzt Andreas Sackl an. So beeindruckend die technologischen Möglichkeiten auch sind – der Einstieg in KI sollte nicht mit der Auswahl eines Tools beginnen:
„Die erste Frage sollte immer sein: Was verstehen wir eigentlich unter KI – und warum wollen wir sie einsetzen?“
Nicht jede Herausforderung benötigt generative KI. Oft können bereits optimierte Prozesse oder klassische Automatisierung einen erheblichen Mehrwert schaffen. Entscheidend ist zunächst, das eigentliche Problem zu verstehen und anschließend die passende Lösung auszuwählen.
Genau hier treffen die Perspektiven von Technologie und Umsetzung aufeinander: Technologische Möglichkeiten schaffen neue Optionen – welchen Nutzen sie tatsächlich bringen, entscheidet sich jedoch im jeweiligen Kontext eines Unternehmens.
Der Mensch bleibt im Mittelpunkt
Beide Expert*innen machen deutlich, dass der Mensch trotz aller technologischen Fortschritte ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt.
Während Isabel Dregely darauf hinweist, dass menschliche Kontrolle – der sogenannte Human in the Loop – auch künftig unverzichtbar bleibt, spricht Andreas Sackl von hybrider Intelligenz:
„KI kann viele Dinge sehr gut, aber sie versteht keine komplexen Zusammenhänge über Systeme hinweg und hat keine Empathie.“
Erst das Zusammenspiel von menschlicher Expertise und künstlicher Intelligenz ermöglicht nachhaltige Innovation. KI kann unterstützen, analysieren, automatisieren und neue Möglichkeiten eröffnen. Menschen bleiben jedoch entscheidend, wenn es darum geht, Zusammenhänge zu verstehen, Entscheidungen einzuordnen und Technologie sinnvoll einzusetzen.
KI braucht Strategie statt Aktionismus
Neben der Technologie entscheidet vor allem die Umsetzung über den Erfolg eines KI-Projekts. Andreas Sackl empfiehlt Unternehmen deshalb, bewusst klein zu starten und erste Erfahrungen anhand klar definierter Anwendungsfälle zu sammeln:
„Suchen Sie sich einen Use Case raus, der mit überschaubarem Aufwand einen Quick Win bringt.“
Ebenso wichtig sei es, Mitarbeitende von Beginn an einzubinden, Prozesse zu verstehen und ausreichend Zeit in Change Management und Kompetenzaufbau zu investieren.
Auch Isabel Dregely sieht kontinuierliches Lernen als entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Entwicklung rund um KI verläuft so dynamisch, dass Unternehmen und Fachkräfte ihre Kompetenzen laufend weiterentwickeln müssen, um technologische Möglichkeiten auch tatsächlich sinnvoll nutzen zu können.
Zukunft gestalten – Technologie und Mensch gemeinsam denken
Die beiden Interviews zeigen: Erfolgreiche KI bedeutet weit mehr als den Einsatz neuer Technologien.
Während Isabel Dregely den Blick auf die rasante technische Entwicklung und die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz richtet, zeigt Andreas Sackl, was es braucht, um daraus nachhaltigen Nutzen für Unternehmen zu schaffen. Technologie und Umsetzung lassen sich dabei nicht getrennt voneinander betrachten.
Die gemeinsame Botschaft lautet: Künstliche Intelligenz entfaltet ihr Potenzial dort, wo technologische Möglichkeiten, strategische Entscheidungen und menschliche Kompetenz zusammenspielen.
Die vollständigen Interviews mit Dr. Isabel Dregely und Dr. Andreas Sackl können im KURIER Content Hub der Technikum Wien Academy nachgelesen werden.
